Wie du ethisches Marketing im Webdesign umsetzt
Ethisches Marketing auf deiner Website
Du möchtest, dass dich deine Wunschkund:innen finden, sich bei dir wohlfühlen und gerne bei dir kaufen? Als Online-Zuhause für dein Business kann dir deine Website dabei helfen. Sie ist der Ort, an dem deine Zielgruppe dich und dein Angebot kennenlernt – deine Einstellungen, Arbeitsweise und Werte.
Hier erfährst du, wie du ethisches Marketing auf deiner Website umsetzt.
Damit baust du echtes Vertrauen und eine positive Beziehung zu deinen Wunschkund:innen auf, sodass sie gerne bei dir kaufen, ohne unter Druck gesetzt zu werden.
Was ist ethisches Marketing im Webdesign?
Beim ethischen Marketing geht es nicht nur darum, den Gewinn eines Unternehmens durch Marketingaktivitäten zu erhöhen. Hier spielen auch deine Werte, moralische Überlegungen und die soziale Verantwortung eine Rolle.
Deine Website hat nicht nur einen ökologischen Einfluss, sondern auch einen gesellschaftlichen. Um diesen genauer definieren zu können, ist es wichtig, deine Zielgruppe als die einzelnen Menschen und Persönlichkeiten zu betrachten, aus denen sie besteht. Alle deine potenziellen Kund:innen haben eigene Bedürfnisse, Wünsche, Ängste und haben verschiedenste Erfahrungen gemacht.
Da dies beim ethischen Marketing einen wichtigen Kernpunkt ausmacht, wird es von einigen auch als menschliches Marketing bezeichnet. Dieses zeigt sich auf deiner Website darin, wie du dein Angebot darstellst, kommunizierst und wie die Website funktioniert.
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Transparente Kommunikation auf der Website
Eine ehrliche und transparente Kommunikation hilft deinen potenziellen Kund:innen dabei, Vertrauen zu dir und deinem Angebot aufzubauen. Es ermöglicht ihnen außerdem eine selbstbestimmte Wahl und bringt so Kund:innen zu dir, die wirklich bei dir kaufen oder mit dir arbeiten möchten.
Dein Angebot klar kommunizieren
Um Enttäuschungen und Missverständnisse zu vermeiden, kannst du dein Angebot und die enthaltenen Bestandteile so klar wie möglich beschreiben. Das hat nebenbei den Vorteil, dass du immer wiederkehrende Fragen auf deiner Website beantworten kannst, sodass nicht jede:r Interessierte dir einzeln eine E-Mail schreiben muss.
● Wie viele Beratungsstunden oder Feedbackrunden sind im Angebot enthalten?
● Führst du das Coaching selbst durch, oder übernimmt das jemand anderes?
● Wie lange leistest du nach dem Kauf des Onlinekurses Support?
● Wie läuft eine Zusammenarbeit mit dir ab?
Diese Fragen beantwortest du am besten auf der Angebotsseite, erstellst ein FAQ mit den häufigsten Fragen oder beschreibst den Ablauf einer Zusammenarbeit auf der Homepage.
Zur transparenten Kommunikation gehört auch, unrealistische Versprechen zu vermeiden, und stattdessen ehrlich zu zeigen, welches Ziel mit deinem Angebot erreicht werden oder welches Problem damit gelöst werden kann.
Indem du deine Werte, Arbeitsweise und eigenen Vorstellungen transparent kommunizierst, sprichst du genau die Menschen an, die wirklich zu dir und deiner Arbeit passen.
Dabei kann es sogar hilfreich sein, in einem Abschnitt auf der Angebotsseite zu beschreiben, wer nicht zu deinem Angebot passt, was du nicht leistest oder wem du nicht hilfst. Das klingt im ersten Moment vielleicht kontraproduktiv, sorgt aber dafür, dass deine Wunschzielgruppe sich sicher sein kann, dass du zu ihr passt. Und alle anderen, mit denen es sowieso nicht gepasst hätte, wissen Bescheid.
Das kann zum Beispiel so aussehen:
Transparente und faire Preiskommunikation
Deine Preise auf der Website zeigen oder nicht – ein viel diskutiertes Thema. Wenn du deinen Wunschkund:innen eine selbstbestimmte Entscheidung in ihrem eigenen Tempo ermöglichen möchtest, ist die offene Kommunikation der Preise ein wichtiger Schritt.
Zeigst du deine Preise auf der Website, muss sich niemand erst in ein Erstgespräch trauen, um dann festzustellen, dass die Preisvorstellungen meilenweit auseinander liegen.
Auch Situationen, in denen deine Zielgruppe das Gefühl hat, jetzt schnell eine Entscheidung für oder gegen dein Angebot treffen zu müssen, kannst du so verhindern. Und die Kund:innen, die sich schließlich für dich entscheiden, können dies mit einem guten Gefühl tun.
Ein weit verbreiteter psychologischer Verkaufstrick, der nicht zum ethischen Marketing passt, heißt Charm Pricing. Dabei werden Preise wie 199,99 € verwendet. Dieser Trick nutzt die Tatsache, dass unser Gehirn sich zuerst auf die erste Ziffer einer Zahl fokussiert. Dadurch kommt uns 199,99 € so viel günstiger vor, als es 200 € tun. Um fair zu deinen Kund:innen zu sein und sie nicht zu täuschen, ist es sinnvoll, stattdessen glatte Preise zu verwenden.
Auch zusätzliche oder versteckte Kosten, die bei einem Kauf auf Kund:innen zukommen, sollten transparent auf der Website kommuniziert werden. So umgehst du ein böses Erwachen nach dem Kauf und schaffst eine positive Kundenerfahrung.
Barrierefreiheit im Webdesign
Ein weiterer Bestandteil des ethischen Marketings auf der Website ist die Barrierefreiheit. Diese ermöglicht allen Menschen die Nutzung deiner Website, ungeachtet ihrer Fähigkeiten.
2023 lebte fast jede:r zehnte Deutsche mit einer Schwerbehinderung (Statista). Dazu kommen die Menschen, die offiziell zwar keine Behinderung haben, aber trotzdem mit kognitiven oder motorischen Einschränkungen leben. So entstehen beim Navigieren einer Website unterschiedlichste Bedürfnisse.
Einige Menschen können bestimmte Farben gar nicht sehen oder sind blind. Andere können die Maus nicht bedienen oder den Ton eines Videos nicht hören. Um also die Nutzbarkeit für alle zu ermöglichen, gibt es einiges zu beachten. Hier sind ein paar Tipps, die du umsetzen kannst:
● deine Website sollte mit Screenreadern und über die Tastatur bedienbar sein
● ein hoher Kontrast zwischen Schrift- und Hintergrundfarbe erhöht die Lesbarkeit
● nutze gut lesbare Schriftarten auf der Website, Schnörkel sind nicht hilfreich
● stelle Schriften auf eine Basisgröße von 18px ein, so sind sie groß genug
● verwende möglichst einfache Sprache ohne Fachbegriffe und viele Nebensätze
● eine sinnvolle Struktur der Inhalte hilft allen bei Verständnis und Navigation
● gib deinen Fotos Alt-Texte, damit sie vom Screenreader vorgelesen werden
● Untertitel für deine Videos helfen Gehörlosen, das Video zu verstehen
Diese Punkte sind ein guter Einstieg in das Thema Barrierefreiheit. Gleichzeitig gibt es eine Menge weiterer Schritte, die deine Website barriereärmer machen. Bei der Umsetzung helfen dir internationale Standards wie die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG). Diese geben verschiedene Stufen der Barrierefreiheit vor und erläutern, wie diese erreicht werden können.
Datenschutz im Webdesign
Zum ethischen Marketing gehört auch der Umgang mit den Daten deiner Website-Besucher:innen. Sammle nur so viele Daten, wie du wirklich brauchst, denn die wenigsten Menschen geben ihre Daten gerne her.
Schaust du wirklich regelmäßig in die Statistiken von Google Analytics, oder sammelt Google Daten, die du gar nicht nutzt?
Falls dich das Analysetool eigentlich total überfordert, könntest du mal die Google Search Console ausprobieren. Diese ist viel datenschutzfreundlicher und übersichtlicher, wenn du nicht so viele Daten auswerten möchtest.
Bei der Auswahl deiner Tools für Newsletter, Buchungskalender und Co. kann es sich außerdem lohnen, auf europäische Anbieter zu setzen. Diese speichern die Daten meist auf Servern in der EU, sodass sie nicht in potenziell unsichere Länder wie die USA weitergeleitet werden.
Die Tools, die du nutzt, sollten gut auffindbar in der Datenschutzerklärung aufgeführt werden, um Transparenz zu schaffen.
Und schließlich fehlt noch ein Cookiebanner, wenn deine Tools nicht notwendige Cookies setzen. Zur Gestaltung des Cookiebanners gibt es rechtliche Vorgaben, über die du bei Fachanwält:innen für Datenschutzrecht mehr erfahren kannst. Das betrifft zum Beispiel das Design der Buttons.
Kann deine Zielgruppe selbst entscheiden, welche Daten du sammeln darfst, werden sie deine Website mit einem guten Gefühl besuchen. Besonders, wenn sie sich zum Ablehnen der Cookies nicht erst in die Einstellungen des Banners klicken müssen.
Dark Patterns vermeiden
Dark Patterns sind Tricks, die im Marketing und auch im Webdesign verwendet werden. Sie sollen Menschen zu Handlungen verleiten, die sie so eigentlich gar nicht ausführen wollten.
Dazu gehört zum Beispiel der oben erwähnte knallbunte „Alle akzeptieren“ Button im Cookiebanner. Neben ihm ist der hellgraue „Ablehnen“ Button kaum sichtbar. Also akzeptieren wir fast automatisch die Cookies, denn unser Gehirn reagiert auf die bunte Farbe.
Und bestimmt hast du schonmal einen Countdown-Timer auf einer Website gesehen. Er informiert dich, dass das besonders günstige Angebot nur noch zwei Stunden verfügbar ist. Oder die Anzeige, die dir bewusst macht, dass von dem tollen Pullover nur noch zwei Stück übrig sind. Schnell kaufen, bevor es zu spät ist, oder? In Wahrheit ist das oft nur künstliche Verknappung.
Diese Tricks nutzen unsere Angst, etwas zu verpassen oder machen uns Druck, um uns zum Kauf zu bewegen. Auf anderen Websites will man dir weismachen, dass dir dein Ziel wohl nicht wichtig genug ist, wenn dir das Coaching zu teuer ist.
Und dann gibt es noch das Confirmshaming. „Nein, ich möchte kein Geld sparen“, steht auf dem Button zu dem vergünstigten Angebot. Kaufen wolltest du das Produkt eigentlich nicht. Aber wer sagt schon nein, wenn es Geld zu sparen gibt? Hier werden dir Schuldgefühle gemacht, damit du doch kaufst.
Im ethischen Marketing gilt es, deine Website von diesen manipulativen Tricks freizuhalten.
Denn seien wir mal ehrlich, gut fühlen sich diese Taktiken nicht an, wenn sie uns begegnen. Manchmal fühlen wir sogar, dass wir hier ausgetrickst werden. Und dieses Gefühl hilft auch deinen Wunschkund:innen definitiv nicht, Vertrauen zu dir aufzubauen.
Ökologischer und gesellschaftlicher Einfluss
Jede Website hat einen ökologischen Fußabdruck. Denn das Hosting, das Aufrufen der Website, alles verbraucht Strom. Um den ökologischen Fußabdruck deiner Website zu verkleinern, kannst du auf nachhaltiges Hosting mit erneuerbaren Energien setzen und deine Domain bei einem nachhaltigen Anbieter kaufen.
Die Fotos und Grafiken kannst du mit einem Tool deiner Wahl zuschneiden und komprimieren. Damit verbesserst du nebenbei auch noch die Ladezeit deiner Website.
Auch auf die Menschen, die deine Website besuchen, hat sie einen Einfluss. Sprachlich kannst du darauf achten, bewusst alle Menschen mit deinen Websitetexten anzusprechen. Und auch die Fotos können dazu beitragen, dass sich jede:r von dir gesehen fühlt, weil sie die Diversität unserer Gesellschaft widerspiegeln.
Welche Methoden es beim ethischen Copywriting gibt, erfährst du hier:
● Ethisches Copywriting: Mit Website und Werten zu Wunschkund*innen >>
Selbstbestimmung und Empowerment
Damit deine Wunschkund:innen sich selbstbestimmt durch die Website bewegen können, solltest du das Menü deiner Website nicht verstecken. Dies wird gerne getan, um die Besucher:innen nicht vom Inhalt einer Landingpage abzulenken und sie möglichst lange auf dieser Seite zu halten.
Es nimmt deiner Zielgruppe gleichzeitig aber auch die Chance, selbst zu entscheiden, welche Informationen sie vor dem Kauf noch von dir brauchen. Denn diese Information befindet sich unter Umständen auf einer anderen Seite.
Als Soloselbstständige arbeiten wir oft alleine. Trotzdem werden Werke wie eine Website nur so toll, weil viele unterschiedliche Dienstleister:innen an ihr mitgewirkt haben. Warum sich also nicht gegenseitig unterstützen?
Um Fotograf:in, Texter:in und Brand Designer:in Wertschätzung zu zeigen, kannst du sie auf einer separaten Dankeseite oder im Footer deiner Website erwähnen und verlinken. Vielleicht braucht ja noch jemand anderes tolle Texte. Und gemeinsam sind wir bekanntlich stärker.
Es gibt also viele Wege, wie du ethisches Marketing auf deiner Website umsetzen kannst. Nicht immer sind dabei klare Regeln vorgegeben. Ethische Überlegungen sind eben nicht nur schwarz oder weiß.
Es geht viel mehr darum, auf die Bedürfnisse deiner Zielgruppe zu achten und ihnen eine selbstbestimmte Navigation durch deine Website zu ermöglichen.
Gleichzeitig wird das Marketing für dich dadurch entspannter, da du mehr du selbst sein und von unangenehmen Marketingtricks Abstand nehmen kannst.
Über die Autorin
Maike Brennenstuhl
Maike gestaltet werteorientierte Websites für Selbstständige und Gründer:innen. Mit individuellem Squarespace Webdesign, Website Templates, Support und Branding unterstützt sie Menschen, die mit ihrer Arbeit einen positiven Mehrwert schaffen wollen. Gemeinsam machen wir die Welt ein kleines bisschen schöner für alle.
Website & Blog: https://octocampus.de/
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